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Adlergebirge und Vorgebirge

Dieses Touristikgebiet ist nahezu ein Paradies für Wanderer, Radwanderer, Langläufer und Abfahrtsläufer. Die Gebirge und ihr Vorland sind nicht von der sogenannten „harten“ Touristik gezeichnet. Hier gibt es keine Mammuthotels, sondern Unterkunft in kleineren Einrichtungen oder in Privatzimmern. Ein weiterer Vorteil ist das Fehlen grosser Städte. Die Städtchen hier sind kleiner und gepflegt. Im ganzen Gebiet trifft man auf gut erhaltene Volksarchitektur. Die Region ist reich an kirchlichen Denkmälern, Burgen, Schlössern, Naturschönheit und traditionellem Handwerk. Ein idealer Winkel für den Familienurlaub und diejenigen, die gerne Neues entdecken.

Das offizielle Touristikgebiet des Adlergebirges und Podorlicko besteht in Wirklichkeit aus zwei eigenständigen Bergmassiven, und zwar aus dem Adlergebirge, Grulicher Schneeberg (Králický Sněžník) und dem Vorland des Adlergebirges. Die Gebirge selbst und ihre Besiedlung gehören in den Streifen der Sudeten, wo vor dem Zweiten Weltkrieg die deutsche Bevölkerung in der Mehrzahl war. Deshalb hatten die Dörfer früher deutsche Bezeichnungen.

Der Kamm des Adlergebirges verläuft entlang der tschechisch-polnischen Grenze und ist in seinem nördlichen Teil am höchsten, wo man auch den höchsten Gipfel, die Deschneyer Großkoppe (Velká Deštná,1115 m) findet. In Richtung Südosten fallen die runden Kämme langsam bis zum Fluss Wilde Orlice (Divoká Orlice) ab.

Der nördliche Teil des Adlergebirgskamms bildet zuerst die Staatsgrenze, dann fällt er geringfügig ins Inland ab und gibt dem sehr malerischen und mehr oder weniger touristisch genutzten Gebiet zwischen Gebirge und Grenze Raum, dem sogenannten Záhoří. Sein attraktivstes Element ist der Adlerdurchbruch, eine wildromantische Felsenschlucht der Wilden Adler (Divoká Orlice), die hier die Staatsgrenze bildet. Die Täler, die vom Kamm des Adlergebirges nach Süden verlaufen, sind lang, oft romantisch, waldig und dicht und tragen Spuren einstiger Handwerkstätigkeit. Auf den Ufern der Flüsse findet man Reste uralter Mühlen, mit denen Wäschereien und Webereien angetrieben wurden, manchmal trifft man auch auf Rest verfallener Glashütten.

Von der Nordseite ist das Adlergebirge gut von Neustadt an der Mettau (Nové Město nad Metují) und vom Bergzentrum Gießhübel (Olešnice v Orlických horách) zugänglich.

Aktiver Urlaub

„Das Adlergebirge ist zum Wandern geschaffen.“ Und tatsächlich, wenn man auf einer Karte die Touristikregionen danach unterteilen würde, wozu sie am besten geeignet sind, würden das Adlergebirge und sein Vorland in die Kategorie gehören, die Wandern, Ausflüge, Entdeckungsreisen heisst. Kurz gesagt, alle Arten von Touristik.

Das soll jedoch nicht heissen, dass man dort nichts anderes machen könnte.

Der natürliche Zugang in das Adlergebirge sind die Städte Náchod, Neustadt an der Mettau (Nové Město nad Metují), Rokitnitz im Adlergebirge (Rokytnice v Orlických horách) und Mladkov – denn bis dorthin fahren die Züge. Weiter geht es mit dem Autobus direkt in die touristischen Knotenpunkte, das sind Gießhübel (Olešnice v Orlických horách), Deštné, Říčky oder Rokytnice v Orlických horách.

Zu Fuss oder mit dem Rad

Motivation für die Touristik gibt es – wenn man von der natürlichen Schönheit von Landschaft und Natur absieht – reichlich. Die Kämme des Adlergebirges sind kahl und hügelig, wirklich steile Steigungen kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Vom höchsten Gipfel Deschneyer Grosskoppe (Velká Deštná) flacht das Gelände langsam ab, man kann also Trassen planen, die mehr oder weniger immer bergab führen. Liebhaber langer Trassen freut es sicher, dass der rot markierte Alois-Jirásek-Wanderweg über die Kämme des Adlergebirges führt. Von Nové Město nad Metují gelangt man bis zum Grulicher Schneeberg (Králický Sněžník). Eine weitere lange Trasse führt durch das Vorgebirge. Sie ist gelb markiert und führt bis nach Wildenschwert (Ústí nad Orlicí).

Eine weiteres Ziel können die natürlichen Sehenswürdigkeiten und Naturschutzgebiete wie zum Beispiel der Urwald Bukačka sein, der den natürlichen ursprünglichen Tannen-Buchenbewuchs repräsentiert. Auf dem Gebiet des Naturschutzgebietes Adlergebirge (Orlické hory) gibt es drei Lehrpfade: Einer führt um Deschnei (Deštný) herum (seine Trasse führt auch durch den schon erwähnten Buchenwald Bukačka) und ist etwa 15 Kilometer lang.

Adlergebirge und Podorlicko - Logo.Ein anderer, 17 Kilometer langer Lehrpfad führt über die Kämme des Adlergebirges (Orlické hory) vom Sattel unter dem Scherlich nach Mezivrší und fällt dann leicht in Richtung Říčky ab. Der dritte Lehrpfad beginnt an der Strasse nach Bartošovice, führt zum Landestor (Zemská brána) und endet bei Klösterle an der Adler (Klášterec nad Orlicí). Er ist 13 km lang.

Ein guter Tipp ist es auch, die Geschichte der Glasherstellung zu entdecken, denn die Überreste einiger Glashütten sind bis heute in den Tälern des Adlergebirges zu finden. Eine andere Attraktion, die Touristen ins Adlergebirge lockt, sind die Befestigungsanlagen vom Ende der Ersten Republik, deren System im Raum des Adlergebirges am besten erhalten ist. Die bekanntesten Komplexe sind Hanička (Hannchen), Dobrošov (Dobroschow) und Bouda. Über die Geschichte der Befestigungen im Adlergebirge kann man sich im Militärhistorischen Museum in Grulich (Králíky) Nové okno informieren. Die Wanderung durch die kleinen Festungen hat noch einen anderen Zauber – man entdeckt nämlich Orte, die kaum besucht werden, wie zum Beispiel die Kammtrasse, und man wandert über die Wege, die zur Versorgung der Festungen dienten.

Natürlich kann man diese Wege zu Fuss oder mit dem Mountainbike oder dem Trekkingrad erkunden.

Wasserwandern auf den Flüssen des Adlergebirges

Die beste Zeit zum Wasserwandern - soweit man das Paddel ordentlich in der Hand halten kann - ist wohl der Frühling, wenn der Schnee taut oder nach ausgiebigen Regenfällen. Man muss nicht selbst Besitzer eines Paddels oder eines Bootes sein, denn die Ausstattung kann man sich beim Bootsverleih ausborgen. Die Wilde Adler (Divoká Orlice) ist bei günstigem Wasserstand gewöhnlich von (Nekoř) unter dem Stausee Pastvinská přehrada und dem Zusammenfluss mit der Stillen Adler (Tichá Orlice) in einer Länge von 88 km schiffbar. Der Schwierigkeitsgrad des Flusses beträgt nach internationaler Klassifikation ZW-C mit Ausnahme des sogenannten Litický oblouk, wo das Wasser um vieles wilder ist (WW II).

Die Stille Adler (Tichá Orlice) ist bei ausreichendem Wasserstand von Lichtenau (Lichkov) ab schiffbar. Allerdings ist sie dort gar nicht still, sie verzeichnet WW III. Weniger erfahrene Wasserwanderer beginnen erst in Gabel an der Adler (Jablonný) oder in Geiersberg (Letohrad). Der untere Wasserlauf ist schlagartig mäandernd und wurde mit WW I eingestuft. Man kann weiter fahren bis nach Königgrätz (Hradec Králové) über die Spojená Orlici, die bereits ruhiger ist und durch Auenwälder fliesst.

Die Gebirgszuflüsse der Wilden Adler (Divoká Orlice) sind bei höherem Wasserstand im Frühling oder nach ausgiebigen Regenfällen schiffbar. Bělá und Zlatý potok sind auf je 30 km schiffbar.

Auf Pisten und Loipen

Für den Abfahrtslauf im Adlergebirge eigenen sich am besten die Pisten in den Skizentren Deštné und Říčky. Loipen findet man praktisch in der Umgebung jedes Skizentrums. Die beliebteste Trasse ist die rote Kammtrasse von Olešnice v Orlických horách über den Scherlich nach Pěticestí, Hanička (Hannchen), oder bis nach zum Landestor (Zemská brána). In der Umgebung von Deštné und Říčky werden die Loipen erstklassig präpariert. Langläufern stehen damit insgesamt 90 Kilometer präparierter Loipen zur Verfügung.

Das am besten ausgestattete Skizentrum unter dem Grulicher Schneeberg (Králický Sněžník) mit mehreren Abfahrtspisten befindet sich im Dorf Horní Morava, nur etwa 10 km von Grulich (Králík) entfernt. Angenehmes Skifahren ist auch auf der Abfahrtspiste bei der Baude Návrší in der Nähe von Staré Město möglich. Im ganzen Gebiet gibt es einfach hervorragende Bedingungen für Ausflüge auf Langlaufski - hauptsächlich für diejenigen, die der freien Natur den Vorzug geben und sich lieber ihre eigene Spur schaffen.

Zum besseren Transport der Touristen in die Berge und zurück fahren im Sommer etwa von Mitte Mai bis Ende September Cyklobusse, also Autobusse mit Anhängern für Fahrräder. Damit gelangt man von den Vorgebirgsorten bis auf die Gebirgskämme. In der Wintersaison fahren ab Mitte Dezember bis Mitte März Skibusse. Cyklobusse und Skibusse fahren an Samstagen, Sonntagen und staatlichen Feiertagen.

Präsentation der Stadt

Objekte auf der Karte:
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